Persönliche Homepage – Im Geiste der Zeit?
„Wer im Internet nicht gefunden wird, existiert nicht“, pflegen wir im Kreise der Freund zu scherzen. In der Tat ist das nicht-gefunden werden nicht tragischer als eine Verwechslung! Eine Verwechslung kann böse Folgen für die Kundenbindung oder die Stellensuche haben denn: jeder wird gegoogelt!
1. Sensibilisierung
Ende 2010 hat mich ein lieber Bekannter darauf aufmerksam gemacht, dass, wenn man meinen Namen in Google eingibt, ein Namensvetter in den Top-Rankings auftaucht. Benutzer haben sich über eine Person beschwert, die sich mutmasslich auf zweifelhaftem Weg Domains aneignete (siehe Domain Grabbing [1]). Die Person trägt den selben Namen wie ich!
Ich fand das nicht gerade toll: ich arbeite ja auch im Umfeld der IT/ Web/ Technik/ Markt. Es war nicht auf Anhieb zu erkennen, dass es sich bei dieser Person um einen deutschen Staatsbürger handelt – ich komme ja aus der schönen Schweiz.
Potentielle Arbeit- und Auftraggeber suchen mit grosser Sicherheit genauso nach meinem Namen im Internet, wie ich die ihrigen durchleuchte. In der kurzen Zeit, in der man sich einen Überblick über einen Kandidaten oder Lieferanten verschafft, ist eine Verwechslung wahrscheinlich.
In meinem Fall hatte ich die Betreiber der jeweiligen Foren gebeten, die diffamierenden Einträge zu meinem Namen (nicht zu meiner Person) in Deutschland zu entfernen. Teilweise wurde meiner Bitte nachgekommen. Es ist aber kaum möglich eine komplette Bereinigung zu erlangen. An einigen Stellen weigerte man sich, da ja die Einträge nicht mich bezichtigten. Ein Ding der Unmöglichkeit da alles zu erwischen!
2. Strategien
Es gibt zwei Strategien, die eine Person verfolgen kann:
- Im Internet eindeutig gefunden werden
- Komplett anonym bleiben
Entscheidet man sich für eine Strategie, ist diese konsequent zu verfolgen. Mischvarianten sind nicht angebracht.
2.1 Anonym bleiben
In dieser Strategie trägt man Sorge, dass man keine Spuren im Internet hinterlässt. Spuren hinterlässt man durch Forenbeiträge, öffentliche Briefe, Publikationen oder durch ungeschützte soziale Netzwerke.
Diese Strategie schliesst aber die Teilnahme an genannten Medien nicht aus! Es ist halt wichtig, dass man auf die Privatsphäreneinstellungen achtet und in öffentlichen Beiträgen ein Pseudonym verwendet.
Ich selber hatte da über Jahre guten Erfolg damit, nicht gefunden zu werden, obwohl ich mich fleissig im Netz bewege.
Diese Strategie eignet sich für Personen, die keine Notwendigkeit haben im Internet gefunden zu werden. Beispielsweise für Personen von denen keine negativen Einträge bestehen oder mit häufigen Familiennamen wie Meier oder Müller.
Solange man im Internet keine eindeutigen Spuren hinterlässt, funktioniert diese Strategie ganz gut.
2.2 Gefunden werden
In dieser Strategie gibt es zwei Aspekte: a) gefunden werden und b) im gewünschten Licht gefunden werden.
Prinzipiell empfehle ich, sich für ein Konzept zu entscheiden, wie und was man präsentiert. Will man seinen Lebenslauf präsentieren oder über seine Hobbies Auskunft geben; sollen Ferienfotos mit Verwandten geteilt werden?
Grob gibt es folgende Typen von Homepages:
- Eine Webseite für und über die eigene Familie, die Familypage.
- Eine Webseite in der man über den Fussballclup oder den Kochverein schreibt, die (kleien) Vereinspage.
- Eine Webseite, in der über ein Fachthema gesprochen wird (oftmals ein Blog), die Fachpage.
- Marketing Page, für den eigenen Lebenslauf, Politiker oder Personen des öffentlichen Lebens.
Eine Entscheidung für einen Typen ist deshalb wichtig, damit der Besucher auf der Homepage eine klare Struktur erkennt und Inhalte fokussiert werden können.
Zentral ist es, eine hohe Position in den Suchergebnissen zu erreichen – oder zumindest ein höheres Ranking als eventuelle Negativeinträge. Es gibt dazu verschiedene Kniffs: wichtig sind regelmässige Updates des Seiteninhaltes und Links, die auf die eigene Seite zeigen.
Diese Kniffs sind unter SEO (search engine optimization) [2] bekannt.
3. Aufwand
Kosten und Zeit fallen mehrheitlich beim Erstellen einer Homepage an. Eine Seite wie die meinige, lässt sich in einem Tag erstellen. Gegen oben sind dem Preis natürlich keine Grenzen gesetzt.
Zu den laufenden – normalerweise jährlichen – Kosten gehört die Domain-Gebühr (Internetadresse) sowie die Kosten für den Web-Speicherplatz (Hosting genannt).
Dazu kommen eventuelle Änderungen am Inhalt, also Texte oder Medien die laufend ergänzt werden.
Ich habe mich hier für ein CMS [3] entschieden. Somit kann ich ohne Programmieraufwand Inhalte ergänzen.
4. Fazit
Ist eine persönliche Homepage nun im Geiste der Zeit?Momentan besteht grundsätzlich keine Notwendigkeit eine Homepage für seinen Namen zu errichten. Will man Inhalte wie Fotos tauschen, steht eine Vielzahl von Plattformen zur Verfügung, die nicht öffentlich zugänglich sind.
Für Personen aus gewissen Branchen ist es aber durchaus von Vorteil, sich im Netz zu präsentieren. Dies kann für die Politik, Medienschaffende oder Freischaffende sein. In einer Minimalvariante ist man mit CHF 1500.- sicherlich dabei.
In jedem Fall ist es aber besser, man präsentiert sich selbst als wenn das andere zufällig oder vorsätzlich tun. Ferner ist es von Vorteil, man sichert sich seinen eigenen Domain-Namen (wie www.olivermeister.ch) bevor der weg ist.
Links
[1] Domaingrabbing
http://de.wikipedia.org/wiki/Domaingrabbing
[2] SEO
http://en.wikipedia.org/wiki/Search_engine_optimization
[3] CMS
http://de.wikipedia.org/wiki/Content-Management-System

